Was ist ein Kirchenmusiker ohne Orgel? So dachet 1992 Hans Bönisch und reiste gleich im Umzugsgepäck mit einem kleinen Orgelpositiv an, das 1992 unter grössten Schwierigkeiten von deutschen Förderverein "Barock in Bahia" finanziert wurde. Dieses Orgelpositiv, das nur ein Manual und Pedal mit 410 Pfeifen und insgesamt sechs Register hatte (Subbass 16', Gedackt 8', Gamba 8', Prinzipal 4', Feldflöte 2', Mixtur 3 fach), wurde im Januar 1992 als "kleinste Domorgel der Welt" eingeweiht. Im April 1996 hat eine fahrlässige Dachaufdeckung bei einer Restaurierung und ein fataler Tropenregen mehrere tausend Liter Wasser ins Innere der Kathedrale eindringen lassen und die Orgel total zerstört.
Eine öffentliche Kampagne zur Wiederherstellung des Instrumentes sorgte im August 1996 dafür, dass das Instrment wiederhergestellt werden konnte. Besonderen Dank gebührt dabei der Landesregierung von Bahia. Die erste Erweiterung der Orgel geschah im Februar 1999 mit der Erweiterung von 2 weiteren Registern (Prinzipal 8' und Trompete 8'). Im September 1999 folgte bereits eine weitere Erweiterung mit einem nochmals 3 Registern (Soubasse 16', Posaune 16', Untersatz 32').Die bisher letzte Erweiterung erfolgte im November 2000 mit dem Einbau eines zweiten Manuals und 5 Registern: Flûte Harmonique 8', Octave 4', Octave 2', Oboe 8').
Nach 11 Jahren Bemühungen ist es jetzt gelungen, der Kathedrale von Salvador, Sitz des Erzbischofs und Primas von Brasiliens) ein den grossen Raum gut füllendes, angemessenen Instrument zu schenken. Die Orgel spielt hauptsächlich in den Festgottesdiensten der Kathedrale und in den fast jeden Sonntag stattfindenden Kirchenkonzerten um 11.00 Uhr (siehe auch das eigene LINK: Konzertprogramm). Titularorganist der Kathedrale ist Domkapellmeister Pfarrer Hans Bönisch.